30.9.04

Tortuguero

Obwohl wir schon um 9 mit dem Bus nach Limon gefahren sind, hätten wir beinahe das Boot nach Tortuguero verpasst. Unser Reiseführer meinte, die Boote fahren zwischen 7 und 14 Uhr, was sich aber auf die Hochsaison bezog. In der jetzigen Nebensaison fahren sie jedoch nur zwischen 9 und 10 ab. Aber wir hatten wie immer Glück und wurden extra zum schon abgefahrenen Boot gebracht, so dass wir abenteuerlich von Boot zu Boot springen konnten. Auf der Fahrt wurden uns immer wieder Tiere gezeigt.
Da wir erst gegen 2 in Tortuguero ankamen, hatten wir natürlich grossen Hunger. Auch hier gab unser Reiseführer einen Tipp ab: Miss Junie kocht normalerweise für die Ranger im Park. Also fragten wir nett, ob es schon jetzt möglich wäre zu essen. Die Köchin wunderte sich zwar über die komische Essenszeit, wir bekamen aber das würzigste Essen der bisherigen Reise. Es gab Hühnchen mir Reis und Yuca und Salat. Hinterher lasen wir, dass man normalerweise einen Tag vorher fragen sollte, ob man mitessen kann :) Gut gestärkt machten wir noch einen Dorfrundgang und legten uns nochmal vor der Nachtwanderung zu den Schildkröten hin.
Später wanderten wir bei Vollmond am Strand entlang und sahen zunächst die Spuren im Sand, wo die Schildkröten aus dem Meer kommen und sich einen ruhigen Platz am oberen Ende suchen. Dort graben sie ein so tiefes Loch, dass sie da dreimal übereinander reinpassen würden. Wenn alles hergerichtet ist und die Schildkröte in der richtigen Stimmung ist, legt sie bis zu 100 Eier, was wir auch gut beobachten konnten. Anschliessend werden die Eier zugedeckt und die Schildkröte muss sich erstmal vom Stress erholen. Irgendwann später macht sie sich wieder auf den Weg ins Meer. Durch den Vollmond konnten wir alles super sehen.
Unser Gastgeber Daryl ist Biologe und bot uns auch eine Tour zum Tieregucken an. Nach der abendlichen Wanderung dachten wir so an einen Start gegen 9 oder 10. Tatsächlich startete das Boot schon um 6. Wir wurden aber wiederum für das frühe Aufstehen belohnt und sahen in den 3 Stunden Tour allerhand Vögel, aber auch Caimane und Schmetterlinge.
Nach einem kurzen Mittagsschläfchen ging es dann noch einmal auf Wandertour. Unser Guide Victor, der gleichzeitig das örtliche Reisebüro leitet und jeden Morgen den Flughafenplatz für die beiden San Jose-Flüge managt, führte uns auf einem fast halsbrecherischen Kurs auf den Cerro Tortuguero. Das war Dschungel pur und so konnte die vor dem Urlaub frisch erworbene Trekking-Kleidung ihren ersten Härtetest bestehen. Nach dem schweisstreibenden Aufstieg hatten wir einen super Blick über Tortuguero und die Inseln und Halbinseln. Tiere und Pflanzen wurden uns auch wieder erklärt, die meisten Namen hab ich aber schon wieder vergessen.
Nach der Tour sind wir nochmal am Strand gewesen, da es die beste Zeit war, Baby-Turtles zu sehen. Und wieder hatten wir Glück und sahen welche. Das kommt selten vor, da einerseits viele Nester von Krabben und anderen Tieren zerstört werden und andererseits die Baby-Turtles alle auf einmal aus dem Nest kommen und dann ziemlich schnell im Meer verschwinden.
Abends gingen wir dann zu Miss Miriam essen und es war genauso gut wie bei Miss Junies, nur billiger. Nach 3 Imperial konnten wir gut schlafen, um am nächsten Morgen früh zum Flugplatz zu fahren.
Die Tour nach Tortuguero hat sich wirklich gelohnt, denn wir haben alles gesehen, was man dort sehen konnte.

Links:
Casa Marbella
http://casamarbella.tripod.com

Tortuguero Nationalpark
http://www.cccturtle.org/tortnp.htm